Wie ich auf die Idee gekommen bin dieses Buch zu schreiben?
Diese Frage mag sich vielleicht manch einer stellen.
Es fing alles damit an, dass wir vor Jahren auf das Land nach Krogaspe zogen.
Das Haus, das wir gemietet hatten, lag unmittelbar am Ochsenweg Krogaspe.
So stand und steht es immer noch auf einer Hinweistafel, sichtbar für alle, geschrieben.
Jeden Tag erinnert mich dieses Schild daran, an welchem historischen Ort wir wohnen. Auch an der Schutzhütte in Neumünster, unmittelbar am Tierpark, ist das Ochsenweg Zeichen mit Hinweistafeln bereits von weitem zu erkennen und bestätigt den Wegverlauf. Und ebenso steht es auch auf der der Internetseite des Ochsenweges: https://www.ochsenweg.de/etappe-3-ostroute?type=5101.
Der Ochsenweg ging vom Kleinflecken über den Tierpark an unserem Haus vorbei!
Ich fand, als Hobbyhistorikerin, diesen Gedanken sehr spannend. Aber es dauerte nicht lange und bei mir kam ein Verdacht auf. Die Wegführung erschien mir nicht logisch. Sie irritierte mich, denn die Route des Ochsenweges lag doch immer auf einem Heerweg, bzw. Frachtweg?
Unser Aalbeksweg sollte der Heerweg sein?
Die Dinge nahmen ihren Lauf, ich begann zu forschen und tauchte in die Vergangenheit ein. Herr Dr. Bernd Zich ein renommierter und fernsehbekannter Archäologe zudem ein Ansprechpartner bei Ochsenweg e.V., Co-Buchautor des Buches (Arbeitsgemeinschaft Ochsenweg e.V.:
„Von Wegen: Auf den Spuren des Ochsenweges (Heerweg) zwischen dänischer Grenze und Eider.“
unterstützte meine Vermutung und half mir bei der Beweisfindung.
Während meinen Forschungen kamen jedoch alte Fragen in mir hoch, die mich bereits als Kind beschäftigt hatten: Wo kommen wir „Holsaten“ her? Von wem stammen wir ab? Wie gestaltete sich damals das Leben? Wie sah Neumünster damals aus? Was bedeuteten die Rieselfelder in Wasbek? Gab es den Adel in Holstein? Und so weiter – mir wurde bewusst, dass ich eigentlich nichts über meine Heimat wusste.
Ich beschloss meine Heimat neu kennenzulernen und war sehr überrascht, was ich in dem groben Radius um Neumünster herum bis Willenscharen und von Aukrug bis Gönnebek entdecken konnte.
In meiner historischen Erzählung möchte ich alte Informationen und Geschichten, über unsere Vorfahren aus Bordesholm, Einfeld, Tungendorf, Brachenfeld, Stover, Neumünster – Faldera und dem Exer, Wasbek, Prehnsfelde, Ehndorf, Padenstedt, Aukrug-Bünzen und … die vielleicht in Vergessenheit gerieten, in unsere Erinnerung rufen.
Zeitungsartikel von der Uni Kiel:
CAU - ub.uni-kiel.de/de/universitaetsbibliothek
viele Bücher sowie Wikipedia haben mir sehr dabei geholfen manche Wissenslücke schließen zu können und mir ermöglicht, meine Erzählung zu untermalen. So nahmen die Dinge ihren Lauf und ich tauchte in die Vergangenheit ein. Ich lernte meine Heimat neu kennen und war sehr überrascht, was ich entdeckte.
1. Kapitel
......
Heerwege sind seit Menschengedenken, mittelalterliche Landstraßen (Fuhr-, Trifft, Vieh-, Ochsen- oder Altstraßen).
Dieses bedeutet, dass diese Wege entstanden sind, um es den Heeren, Händlern oder Frachtzügen zu erleichtern, ihr Ziel zu erreichen.
Die Römer hatten es bereits früh verstanden, ihr riesiges Gebiet mit einem Wegenetz zu versorgen, denn sie hatten begriffen, dass nur diese Straßen zu einem lebhaften Handel führen konnte. Gewiss war auch die Tatsache, dass die Heere im Krieg rascher vorankamen, nicht unerheblich.
Leider geschah unter den sächsischen Kaisern wenig und die alten Handelsstraßen wurden zu stark genutzten Naturwegen, die bei Regen im Schlamm versanken.
Erst im Mittelalter bemühten sich die Städte um ein besseres Straßenwesen. Schließlich mussten alle Waren ihre Märkte erreichen können, denn die Bevölkerung wuchs stetig durch ein besseres Klima und wenigen Kriegen – der Bedarf musste gedeckt werden.
Im Mittelalter galt das Handelsrecht. In diesem war der „Straßenzwang“ festgehalten. Dieser besagte, dass bestimmte Handelswaren nur auf bestimmten Straßen befördert werden durften. Diese Verordnung sollte für Sicherheit, Zolleinnahmen und Ordnung sorgen, denn die großen Straßen führten die Händler, Kauffahrer und den Ochsentreibern direkt zu den Marktplätzen der Städte. Jahr für Jahr wurden zwischen April und Oktober die Schlachtochsen(aber auch Kühe, Schafe und Schweine)in kleineren Herden von 40 bis 50 Stück auf den festgelegten Ochsenweg, bzw. Viehtriften, in die Orte getrieben, wo sie verkauft wurden.
Jede Herde wurde von ungefähr zwei bis drei berittenen Treibern unter einem „Ochsenführer“ zusammengehalten. Die Rastplätze, Wasser- und Futterversorgung auf dem Weg waren für die Tiere überlebenswichtig. 15 km konnten so an einem Tag bewältigt werden.https://www.mittelalter-lexikon.de/wiki/Ochsenhandel .
Der Ochsenhändler, dem die Herde gehörte, reiste mit einem Pferdefuhrwerk vorweg. Er erhielt beim Wirt eine besondere Stube und ordentliches Essen. Die Ochsentreiber, die unter anderem praktische "Holzsocken" (praktisch, weil sie sie keine Löcher bekamen und im Winter mit Stroh ausgestopft werden konnten) an den Füßen trugen, bekamen im Gastraum einfaches Essen. Zum Schlafen mussten die Treiber sich eine Kammer teilen.
Am härtesten aber traf es wohl die Schweinetreiber. Denn auch sie nutzen genau wie die Schaftreiber diese "Triftwege". Sie bekamen das Essen bei Wind und Wetter draußen hingestellt und durften ausschließlich in den Ställen oder Scheunen nächtigen.
In dem Buch „Von Jütland an die Elbe“ von Jürgen Pieplow, S. 102 wurde u.a. über die Viehtrift auf dem Ochsenweg von Rendsburg bis Neumünster ausführlich berichtet.
In Nortorf fand der Viehmarkt im Frühjahr auf dem Marktplatz an der Kirche statt. Die „Markt-Wasserpumpe“ südlich der Kirche erinnert an diese Zeiten. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges soll der Marktplatz an der Kirche seine Bestimmung gefunden haben. Die Heeres-, Ochsen-, Fuhr- oder auch Trifftwege verloren mit dem Bau der Eisenbahnlinie im 19. Jahrhundert wesentlich an Bedeutung. Übrig blieben die kleineren Wege zwischen den Aufzuchtgebieten der Tiere (Bauernhöfe) und den Märkten.
~
Von Nortorf ging es durch ein (jetzt ein Landschafts-geschütztes) Heidegebiet, wo man noch heute die Spuren des alten Ochsen- und Heerweges erkennen kann. Auch die preußischen Truppen nutzten 1864 diesen Weg, als sie gegen Dänemark vorrückten. Man überquerte die Höllenau und erreichte den Krug „Zum goldenen Ochsen“ in Timmaspe, wo man rasten konnte. Das Vieh bekam Futter und Wasser, jeder Reisende Unterkunft und Verpflegung.
Östlich der heutigen Bahnlinie Neumünster-Rendsburg folgte man dem alten Weg nach Krogaspe. Der Weg verließ vor dem Friedhof Krogaspe rechtsseitig die Wegtrasse, um einen Schlenker zum heutigen Krogasper „Ossenweg“ zu machen. Dort gab es einen Teich, eine Wiese und einen Krug.
Wenn viele Kuhherden in Krogaspe eintrafen, hatte der Wirt oft Mühe, ausreichend Behältnisse für die Milch der Kühe zu finden, denn gegen „frisch gemolkene Milch und einem Entgelt“ durften die Viehtreiber nächtigen und die Kühe eine Pause einlegen.
Am Ende des Krogasper Ossenweges, bzw. Viehtriftes ging es über die Ekbek in Richtung Neumünster - Alte Rendsburger Landstraße, über den Kuhberg, durch eine Furt (der heutige Teich und der damalige Mühlenteich), über den heutigen Schleusberg zum Kleinflecken. Die Ekbek war früher ein schmaler See, der über die Jahrhunderte austrocknete. Übrig sind heute ein Graben in tiefen Wiesen.
der Ochsenweg Krogaspe:
Geradeaus geht es nach Timmaspe. Durch die Koppelwirtschaft (ca. 1766) und die folgenden Knickanlagen veränderte sich das Landschaftsbild massiv, aber die Flurbereinigung und Industrialisierung des Ackers, waren verantwortlich dafür, dass alte Wege verschwanden.
Die Industrialisierung hatte bereits im 19. Jahrhundert eingesetzt und verstärkte sich auch in den Dörfern: Mit Maschinen war die Arbeit schneller und billiger zu leisten, so auch auf den Feldern. Je größer das Feld war, desto effizienter war es zu bestellen.
Heute ist nur dieser Rest des Weges übrig.
Geradewegs geht es in den Krogasper Ossenweg, wo die Viehtreiber den Krug und die Weide vorfanden.
der beschriebene Weg
"Von Jütland an die Elbe“ von Jürgen Pieplow, Krogasper Ochsenwegbeschreibung S. 102
Timmasper Chronik Seite 51
Heimatbuch des Kreises Rendsburg Seite 482 :
von Timmaspe kommend, in den Krogasper "Ossenweg"
Die Wege am Golfpark zum Tierpark Neumünster entstanden erst Ende 1900
das ist eine Krogasper Wegekarte von 1825.
Man erkennt bereits die Bahnlinie, jedoch keinen Aalbeksweg (oder "Golfparksweg" zu Familie Moritz, bzw. zum Staatshof - somit kann unmöglich (wie im Schaukasten am Stromhaus am Bahntunnel -vom Ochsenweg e.V./ Radfernweg ausgestellt) der Ochsenweg vom Tierpark über den Staatshof, am Golfpark - entlang geführt haben. Dies ist eine irreführende Information. Ebenso steht das Hörner- Denkmal am Tierpark am falschen Platz. Der Stadtwald wurde 1864 angelegt. Auf dem Kleinflecken oder am Schleusberg wäre es vielleicht besser aufgehoben.
Wegekarte 1665 von Old Maps Online der Strassenzwang sollte, unter Strafe, immer beachtet werden und die Viehtreiber mussten mit ihren Herden auf den Heerwegen bleiben. Es galt, schnell, sicher und ohne unnötige Störungen voranzukommen. Ortschaften waren zu vermeiden. Nur Dörfer und Städte, wie z.B. Nortorf, Timmaspe, Krogaspe - die die geeigneten Krüge mit Futter, Verpflegung und Unterkunft darboten, durften aufgesucht werden.
Krogaspe: Der Weg von der Koppel zur Straße hin - Richtung Ossenweg, ist mit Steinen befestigt worden. Das wurde oft so gemacht, damit nicht im Schlamm heillos steckenblieb
auch hier ....
und hier .... der ganze Weg
Holstein (dänisch und niederdeutsch Holsten, lateinisch Holsatia) (Wikipedia)
Bevor ich mich verzettle und über den Heer-, Ochsen-, Triftweg zu dem Kapitel nach Neumünster und den umliegenden Dörfern komme, muss ich weit in die Zeit vor des Ochsen- und Viehtriebes gehen, und bei UNSEREN Wurzeln anzufangen. Die Wurzeln der Holsteiner!
Die erste Erwähnung der Holsteiner fand aller Wahrscheinlichkeit nach 1076 statt.
-der früheste Nachweis des Aufenthaltes von Menschen in Schleswig-Holstein findet sich im 13. Jahrtausend vor Christus
-nach 8000/9000 Jahren gelingt der schwierige Übergang zur Sesshaftigkeit
-Rodungen, Dörfer-, Weiden- und Ackerbau sind erstmals im 3. Jahrtausend vor Christus nachzuweisen. Das wilde Pferd wird gezähmt.
-grössere Stammesverbände mit sozialer Gliederung werden im 1. Jahrhundert nach Christus erwähnt, die Sachsen im 2. Jahrhundert.
-im 8. Jahrhundert kommt es zur Landnahme durch Sachsen, Friesen, Slawen und Jüten
-von 811 – 1460 galt grundsätzlich die Fränkisch-Deutsche Zeit
-von 962 bis 1806 gehörten Holstein, Dithmarschen und Stormarn zum Heilige Römische Reich Deutscher Nation ( sein Ende bereitete Napoleon)
-von 1460-1864 die dänische Zeit
-bis 1815 Mitglied des Deutschen Bundes
-ab 1864 galt Holstein als - Provinz Schleswig-Holstein im Freistaat Preußen bis zum 23. August 1946
-ab dem 23. August 1946: Schleswig-Holstein.
Soweit der grobe Abriss.
(großen Dank gilt Wikipedia/ Wiki/https://geschichte-s-h.de/Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte, der CAU- https://www.ub.uni-kiel.de/de/digital-humanities und der Universitätsbibliothek), Wikimedia Commons, Google, den wissenschaftlichen Büchern , dem Heimatbuch des Kreises Rendburg, der Bordesholmer Chronik, der Wasbeker Chronik von Fam. Doose, Chronik Timmapse von Jürgen Struck 1992,Ehndorfer Chronik von D. Ehrenreich, Karl Wachholtzverlag "Stadt ältester Traditionen Neumünster, Dr. Bernd Zich, Schleswig-Holsteiniscches Vermesungsamt - Abt.Vahrendorfsche Karte), Hansische Handelsstrassen - Entstehung, Entwicklung und Ende eines HandelssystemsHausarbeit , 2001 , 25 Seiten Autor:in: Boris Wirtz (Autor:in) Helmut von Bosau -die Slawenchronik( Rudolf Buchner,Heinz Stoob,Burgen in Schleswig-Holstein von Dr. Oliver Auge) und Dr.phil.habil.math.-nat.Dirk Meier), https://www.ndr.de/geschichte/chronologie/Flurbereinigung-Infrastrukturreform-Dorfsterben-Niedergang-Doerfer,doerferniedergang100.html, https:/geschichte-s-h.de/Zeitreise/
Zu diesem Thema kann man das Oldenburger Wallmuseum, mit seinen zusätzlichen Ausstellungen, besichtigen.
kreismuseum-prinzesshof.de/ in Itzehoe
Stiftung historischer Mussen Hamburg - Altonaer Museum
Heimatmuseum Molfsee
Schloss Gottorf
Haitabu
Heimatmuseum Gönnebek „Ole Rökerkaat“ zu Bornhöved.
Inhaltsverzeichnis (149 Seiten)
1. Wie ich auf die Idee gekommen bin dieses Buch zu schreiben?.
2. Die Ochsendrift auf dem Ochsenweg Nortorf, Timmapse, Krogaspe-Neumünster.
3. frühere Transportwege durch Schleswig-Holstein.
4. Holstein - Nordalbingen, Nordelbingen.
(dänisch und niederdeutsch Holsten – Bewohner des Waldes, lateinisch Holsatia Wikip.)
8. Wirtschafts und Gesellschaftsystem...
9. Die Klöster - als Kreditinstitut und Steuereintreiber.
11. drei Landstriche in Holstein.
12. Die Sachsen in Holstein bildeten drei Gaue:
17. die Bauern und die Landwirtschaft.
18. die Verkopplung ca. 1766, die Entstehung unserer Knicklandschaft
20. Das Leben in Schleswig-Holstein um 1650
21. Die Kolonisten - die Heide- und Moorkolonisation 1759 bis 1765
25 Die Bibel, die Reformation, die Hexen und der Aberglauben
26. Neumünster - Gau Faldera (Faldera-wasserreiches Land)
27. 1498 gründeten Augustiner-Nonnen ein Kloster auf der "Klosterinsel"
31. Neumünster- der Großflecken (und Kleinflecken)
32. Neumünster – ab 1700 -1897
33. Neumünster- Frühes 20. Jahrhundert
34. Ehndorfer Strasse- Exer- Faldera
36. ein paar umliegende Dörfer -Mühbrook
39. Stover - ehem. Stauer (Groß-Stover und Klein-Stover)
46. Wasbek, Werkebike, Wersbeke
47. Neumünster-Wasbek- Die Rieselfelder (Aalbekswiesen)
51. Die Russen in Wasbek, Gefangenenlager
52. Wasbek - Aukrug, Eisenbahnverbindungen 1845/ Bau der B430
53. Sanderflächen in Wasbek (wie in Tungendorf), Archäologische Denkmäler
60. der Begriff „Margaretenschrank“
61. das Schleswig-Holsteinische Wappen
62. Wappen Neumünster, Prof. Max Kirmis
63. Literaturnachweise – Quellenangaben und Lesenswertes
Ich bedanke mich für Euer Interesse.
Ich hoffe, ich kann Euch mit meiner Leidenschaft für meine (unsere) Heimat anstecken und Euch so ermöglichen, Alltägliches mit anderen Augen zu betrachten. Vielleicht gelingt es Euch, dem eigenen Geist und den Gedanken Flügel zu verleihen, damit Ihr selbst auf Wanderschaft gehen könnt.
Bald ist es so weit.
Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen
Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.